Der Herbst kommt selten von einem Tag auf den anderen. Er schleicht sich ein. Das Licht am Morgen ist anders. Die Abende werden kühler. Vielleicht ziehst du zum ersten Mal wieder eine Jacke über, machst dir einen Tee oder merkst plötzlich, wie gut es tut, am Abend die Füße unter eine warme Decke zu stecken.
Auch unser Körper bemerkt diesen Übergang.
Wir sind Teil der Natur, auch wenn wir manchmal so tun, als könnten wir zwölf Monate im Jahr im gleichen Tempo funktionieren.
Vielleicht ist genau das eine der Einladungen des Herbstes: wieder mehr auf den eigenen Körper zu hören.
Wärme statt Sommermodus
Im Sommer fällt vieles leichter. Wir sind viel draußen, bewegen uns mehr, essen leichter und leben stärker im Außen.
Wenn die Tage kürzer werden, verändert sich häufig auch unser Bedürfnis nach Ruhe, Wärme und Rückzug.
Warum sollten wir dagegen ankämpfen?
Vielleicht darfst du morgens wieder etwas Warmes essen. Vielleicht tut dir eine Suppe besser als ein Salat. Vielleicht möchtest du früher schlafen gehen oder am Abend nicht mehr jeden Termin wahrnehmen.
Die Frage lautet nicht:
Was sollte ich tun?
Sondern:
Was tut mir jetzt wirklich gut?
Gerade wenn wir älter werden, halte ich diese Fähigkeit für kostbar: unseren Körper nicht als etwas zu betrachten, das funktionieren soll, sondern als einen weisen Begleiter. Er spricht ständig mit uns, wir müssen nur wieder lernen zuzuhören.
Mein kleines Herbst-Ritual
Nimm dir morgens, bevor du aufstehst, zwei oder drei Minuten Zeit. Lege eine Hand auf dein Herz und die andere auf deinen Bauch. Spüre deinen Atem. Und dann frage deinen Körper:
Was brauchst du heute von mir?
Versuche nicht, sofort eine Antwort zu finden, vielleicht spürst du nur ein Wort. Ruhe, Bewegung, Wärme, frische Luft, Berührung, Langsamkeit.
Vielleicht kommt auch gar nichts, dann bleibe einfach noch einige Atemzüge bei dir.
Diese wenigen Minuten können etwas verändern. Denn bevor die Welt beginnt, etwas von dir zu wollen, hast du dich bereits gefragt, was du selbst brauchst.
Den Herbst mit allen Sinnen erleben
Und dann: hinaus!
Gerade jetzt brauchen wir das Tageslicht und die Bewegung an der frischen Luft. Aber ich würde daraus kein Gesundheitsprogramm machen, mach lieber einen Herbstspaziergang daraus. Spüre die kühlere Luft auf deiner Haut. Rieche die Erde und das Laub. Schau in die Baumkronen. Höre auf das Rascheln unter deinen Füßen.
Der Herbst erinnert uns daran, dass wir einen Körper haben und dass dieser Körper nicht nur dazu da ist, uns durchs Leben zu tragen.
Er ist der Ort, an dem wir unser Leben überhaupt erst erfahren können, unsere Basisstation, unser Raumschiff, unser heiliger Raum.
Vielleicht ist dieser Herbst eine gute Gelegenheit, wieder ein bisschen mehr in ihm zu Hause zu sein.
Wenn dich dieser Artikel berührt hat, dann vielleicht, weil in dir etwas bereit ist, gelebt zu werden.
In meinem 1:1 Coaching begleite ich dich dabei, deinen nächsten Schritt zu finden – ohne Druck, aber mit Klarheit und Richtung.

